Kai Jaeger ist neuer ZVA-Präsident
Stand 10.03.2026

Jaeger, Vizepräsidentin Sylvia Alps und Vizepräsident Armin Ameloh
Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) lud seine Delegierten am 7. und 8. März 2026 nach Lübeck zur Mitgliederversammlung ein. Im Mittelpunkt der Tagung standen die turnusmäßigen Wahlen von Präsidium, Vorstand und Ausschussvorsitzenden, mit denen die Delegierten wichtige Weichen für die zukünftige Verbandsarbeit stellten. Kai Jaeger wurde einstimmig zum neuen ZVA-Präsidenten gewählt.
Die Mitgliederversammlung stand ganz im Zeichen des Verbandsmottos „Gemeinsam gestalten“ – sowohl im Rückblick auf
die Leistungen der vergangenen Jahre als auch mit Blick auf die künftige Arbeit des neu gewählten Präsidiums. Zu Beginn der Tagung
begrüßte Stefan Pape, Obermeister der Landesinnung Schleswig-Holstein als diesjähriger Gastgeber, die Delegierten in der Hansestadt
Lübeck. Anschließend eröffnete Christian Müller die Mitgliederversammlung – die letzte seiner fast 17 Jahre währenden
Amtszeit zunächst als Vizepräsident, seit 2023 als Präsident – und leitete mit der Verleihung des Goldenen ZVA-Ehrenzeichens an Lars
Hellberg und Stefan Pape in das Programm ein.
Auszeichnungen für langjähriges Engagement
Lars Hellberg steht seit Jahrzehnten für die kontinuierliche Weiterentwicklung der beruflichen Bildung im
Augenoptikerhandwerk. Seit 2010 gehört er dem Berufsbildungsausschuss des ZVA an und bringt dort seine fachliche
Kompetenz und Erfahrung ein. Parallel dazu prägte er über viele Jahre hinweg in verantwortlichen Funktionen bei Fielmann – zuletzt als
Geschäftsführer der Fielmann Akademie Schloss Plön – die Ausbildung zahlreicher Nachwuchskräfte. In seiner Dankesrede sagte Lars
Hellberg, er nehme die Auszeichnung nicht für sich persönlich, sondern für die Gemeinschaft an, in der durch Austausch immer ein
guter Weg gefunden worden sei. Auch Stefan Pape wurde für sein außergewöhnlich langes Engagement im Berufsstand geehrt. Seit den frühen 1990er-Jahren engagiert er sich in der Landesinnung Schleswig-Holstein und ist seit 1996 deren Obermeister. Gleichzeitig gehörte er über viele Jahre dem Vorstand des Zentralverbandes an. Ein besonderer Schwerpunkt seines Wirkens lag stets auf der Förderung des beruflichen Nachwuchses – unter anderem in Prüfungsausschüssen, im Schulbeirat der Landesberufsschule Lübeck sowie im Berufsbildungsausschuss des ZVA. Stefa Pape sagte abschließend, es habe viel Spaß gemacht, sich gemeinsam für gute Rahmenbedingungen in der Augenoptik einzusetzen.
Bilanz eines arbeitsreichen Verbandsjahres
In seinem Bericht zur aktuellen Situation zog Christian Müller eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Der Verband habe zahlreiche
Projekte erfolgreich vorangebracht. Die neue Augenoptikermeisterverordnung, die im Juli in Kraft tritt, bezeichnete
Christian Müller als „echtes Meisterstück beharrlicher Verbandsarbeit“, das den Anspruch eines modernen Gesundheitsberufs mit den handwerklichen Wurzeln der Augenoptik verbinde. Auch die politische Interessenvertretung im Zuge der Hilfsmittelversorgung wurde intensiviert, etwa im Dialog mit Bundestagsabgeordneten oder beim Parlamentarischen Abend der Gesundheitshandwerke in Berlin, in dessen Rahmen der ZVA zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke ihren Hilfsmittelreport veröffentlichte. Darüber hinaus positionierte sich der Verband öffentlich zu gesundheitspolitischen Themen wie der Reform der Hilfsmittelversorgung, dem Zugang der Augenoptiker zur elektronischen Patientenakte sowie der Entbürokratisierung des Präqualifizierungsverfahrens. Mit dem Berufsbildungs- und Branchenbericht habe der ZVA zudem erneut unterstrichen, dass er die zentrale Informationsquelle für Daten und Entwicklungen der Augenoptikbranche sei.
Ein weiteres wichtiges Thema bleibt der Umgang mit neuen Geschäftsmodellen im Markt. Im Zusammenhang mit dem Unternehmen Brillen.de stellte Christian Müller klar, dass der Verband in Zusammenarbeit mit der gesamten Handwerksorganisation
weiterhin konsequent für fairen Wettbewerb und die Einhaltung handwerksrechtlicher Vorgaben eintreten werde. Gleichzeitig gelte es,
Chancen der Digitalisierung zu nutzen, ohne die Qualitätsstandards des Berufs zu gefährden. Entscheidend sei dabei das gemeinsame
Engagement von Bundesverband und Landesinnungen: Nur wenn der Berufsstand geschlossen auftrete, könne er seine Interessen
erfolgreich vertreten.
Christian Müller verabschiedet sich aus dem Amt
Sichtlich bewegt blickte Christian Müller im Anschluss an seinen Bericht zur aktuellen Situation auf seine Zeit im Verband zurück und
betonte die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit: „Wir haben uns immer geeinigt – nicht auf einen Kompromiss, sondern
auf die beste Lösung. Wir haben immer miteinander gesprochen, nicht übereinander.“ Besonders hob er die Fortschritte in der beruflichen
Bildung hervor, darunter das COE-System zur einheitlichen Fortbildungsbewertung und die neue Meisterverordnung. Diese
qualifiziere Augenoptikermeister umfassend für die Gesundheitsdienstleistungen rund um das Sehen und stärke den
Berufsstand im Wettbewerb mit fachfremden Angeboten. Zum Abschluss appellierte Christian Müller an die Delegierten, die
Verbandsarbeit weiterhin geschlossen zu tragen: „Unterstützt auch das folgende Präsidium mit all eurer Kraft!“
Als Anerkennung für sein langjähriges Engagement wurde Christian Müller zum Ehrenpräsidenten des ZVA ernannt.
Delegierte wählen neue Verbandsspitze Im Anschluss standen die turnusmäßigen Wahlen der ZVA-Gremien auf der Tagesordnung.
Zum neuen ZVA-Präsidenten wählten die Delegierten einstimmig den bisherigen Vizepräsidenten Kai Jaeger. In seiner Vorstellung betonte
auch er die Bedeutung eines geschlossenen Auftretens des Berufsstandes: „Wir wollen die Stimme für Augenoptik und
Optometrie bleiben. Eine Spaltung im Berufsstand können wir uns nicht leisten. Nur wenn wir geschlossen auftreten, können wir etwas
erreichen und werden wir gehört.“ Ein Präsident könne vieles anstoßen, so Kai Jaeger weiter, aber nichts allein durchsetzen.
Entscheidend sei die Zusammenarbeit – ganz im Sinne des Verbandsmottos „Gemeinsam gestalten“.
Als erster Vizepräsident wurde Armin Ameloh in seinem Amt bestätigt. Zur neuen Vizepräsidentin wählten die Delegierten Sylvia
Alps, die zuvor bereits als kooptiertes Mitglied im Präsidium mitgearbeitet hatte und sich mit den Worten vorstellte: „Ich bin
Handwerkerin. Ich möchte machen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mich machen lassen.“
Auch die weiteren Gremien wurden neu besetzt: Rainer Hankiewicz bleibt Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, Giovanni Di Noto weiterhin Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Den Vorsitz des Betriebswirtschaftlichen Ausschusses übernimmt künftig Vizepräsident Armin Ameloh, während Dr. Carolin Truckenbrod zur Vorsitzenden des Fachwissenschaftlichen Ausschusses gewählt wurde.
Arbeit der Fachgremien im Überblick
Bereits vor den Wahlen hatten die Ausschüsse des Verbandes über aktuelle Entwicklungen berichtet. Für den Berufsbildungsausschuss informierte Rainer Hankiewicz über die Umsetzung der neuen Meisterprüfungsverordnung sowie über die laufenden Arbeiten an einer Weiterentwicklung der Ausbildungsordnung. Ziel sei es, die Ausbildung im Augenoptikerhandwerk weiterhin praxisnah und zukunftsfähig zu
gestalten und gleichzeitig neue Inhalte sowie mögliche Zusatzqualifikationen zu prüfen. Thomas Heimbach, bisheriger Vorsitzender des
Betriebswirtschaftlichen Ausschusses, berichtete über die aktuelle wirtschaftliche Situation der Branche. Während der Gesamtumsatz
weiterhin leicht wächst, gehen die verkauften Brillenstückzahlen tendenziell zurück; gleichzeitig steigen die Durchschnittspreise. Viele
Betriebe sehen sich weiterhin mit steigenden Kosten – insbesondere für Personal, Wareneinkauf und Energie – konfrontiert.
Für den Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing stellte Giovanni Di Noto die aktuellen Aktivitäten der
Verbandskommunikation vor. Ziel der Maßnahmen sei es, Augenoptiker stärker als Gesundheitsdienstleister und kompetente
Ansprechpartner rund ums Sehen zu positionieren und das Bild des Berufsstands in der Öffentlichkeit aktiv zu prägen. Dazu setzt der
Verband auf eine strategisch vernetzte Kommunikation über Medienarbeit, Kampagnenmaßnahmen und die Plattform
innungsoptiker.de.
Strategische Arbeit und Kommunikation für den Berufsstand
Neben den formalen Tagesordnungspunkten bot die Mitgliederversammlung auch fachliche Impulse. Der Kommunikationsexperte Volker Gaßner stellte in seinem Vortrag das Konzept des politischen Framings vor und zeigte anhand aktueller Beispiele, wie Sprache und Narrative die Wahrnehmung politischer Themen beeinflussen. Für Verbände sei es entscheidend, eigene Themen mit klaren Botschaften und positiven Bildern zu kommunizieren, um in der öffentlichen Debatte Gehör zu finden. Einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Imagekampagne „Ihre Innungsoptiker“ gab Johanna Rodenbäck von der Agentur Komm.passion. Die Kampagne soll ab dem 2. Quartal 2026 mit neuen Kommunikationsansätzen fortgeführt werden, um die Sichtbarkeit des Berufs weiter zu stärken und insbesondere junge Menschen für die Augenoptik zu begeistern. Die anschließenden Fragen und Anregungen der Delegierten werden in die weitere Konzeption der Kampagne aufgenommen.
ZVA-Geschäftsführer Dr. Jan Wetzel stellte das Netzwerk des Verbandes für die wirksame Interessenvertretung vor und berichtete
über die Zusammenarbeit mit Fachverbänden und Organisationen wie unter anderem dem ZDH, dem Industrieverband Spectaris, der
Europäischen ECOO oder der Wettbewerbszentrale.
Quelle: ZVA; Bild ZVA/Peter Magner
