Mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sind Arbeitgeber durch die EU-Arbeitszeitrichtlinie und die Grundrechtecharta der Europäischen Union dazu verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Beschäftigten systematisch zu erfassen. Zur Begründung verweisen die Richter auf „das Grundrecht eines jeden Arbeitnehmers auf eine Begrenzung der Höchstarbeitszeit und auf tägliche und wöchentliche Ruhezeiten“. Die Mitgliedsstaaten müssen nun entsprechende Gesetze schaffen, um Verstöße gegen die EU-Arbeitszeitrichtlinie zu verhindern. 

Der AOV NRW nimmt die Entscheidung des Gerichts zur Kenntnis. Sie ist kein Spiegelbild einer modernen Arbeitswelt, wird aber im Ergebnis auf die Unternehmen in der Augenoptik wenig Auswirkungen haben. Schon jetzt wird in den meisten Augenoptikergeschäften die Arbeitszeit dokumentiert. Sei es über Dienstpläne und feste Öffnungszeiten, oder aber über die Verpflichtung geringfügig Beschäftigter, ihre Arbeitszeiten zu erfassen. Dementsprechend dürfte die Regelung keine schwerwiegenden bürokratischen Zusatzbelastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber im augenoptischen Tagesgeschäft mit sich bringen. Kommt es vereinzelt zu außerplanmäßigen Überstunden (z. B. an Aktionstagen wie dem Verkaufsoffenen Sonntag), wird dabei die wöchentliche Arbeitszeitmaximalzeit von 48 Stunden aber nicht regelmäßig überschritten, ergeben sich auch hier keine Konflikte.

Bei weiterführenden Fragen können Sie sich gern an Ihre Innungs- und Verbandsgeschäftsstellen wenden.



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