Am 6. November maßen sich in Karlsruhe die besten Augenoptikergesellen 2021 im Bundesentscheid des Leistungswettbewerbs PLW (Profis leisten was) im Deutschen Handwerk.

Die insgesamt zehn Teilnehmer hatten sich zuvor durch die jeweils beste Gesellenprüfung ihres Bundeslandes für das Finale in der Augenoptik qualifiziert. Im Aus- und Weiterbildungszentrum (AWZ) Karlsruhe des Südwestdeutschen Augenoptiker- und Optometristen-Verbandes (SWAV) mussten die Nachwuchsaugenoptiker an drei Stationen verschiedene Aufgaben aus dem Berufsalltag bewältigen, die ein Beratungsgespräch, eine Reklamation und eine handwerklich-kreative Aufgabe beinhalteten. Fragt man die Teilnehmer, warum sie sich für den Beruf des Augenoptikers entschieden haben, so stellt jeder genau diese Vielfalt der Tätigkeiten heraus.

Die fünfköpfige Jury kürte Anita Mende aus Thüringen zur ersten Bundessiegerin, sie lernte bei Fielmann in Mühlhausen und plant in den kommenden Jahren eine Meisterausbildung. Die beiden Kundengespräche und die Werkstatt-Aufgabe lagen ihr gleichermaßen: „Es gibt wenige Berufe, die so interdisziplinär sind wie die Augenoptik, gerade das macht es so spannend.“

Den zweiten Platz belegte Stella Hoffmann aus Sachsen. Die Gesellin arbeitet bei Fielmann in Zwickau und schätzt die Arbeit mit ganz unterschiedlichen Menschen. „Ich arbeite aber ebenfalls sehr gerne in der Werkstatt und wende dort mein handwerkliches Können an“, sagt sie.

Agnieszka Wowra aus Hessen wurde dritte Bundessiegerin im Leistungswettbewerb. In der Fielmann-Niederlassung in Bad Homburg fand sie immer wieder die Bestätigung, den richtigen Beruf ergriffen zu haben: „Man trifft jeden Tag auf neue Menschen und fertigt etwas mit den eigenen Händen an“, sagt die Gesellin, die im kommenden Jahr eine Meisterausbildung in Teilzeit beginnt.

Den Sonderpreis der Firma Flair „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“ gewann Lea Friedrichsen aus Rheinland-Pfalz mit ihrer gelungenen Gestaltung einer randlosen Brille. Sie unterstützt den Familienbetrieb Augenoptik Friedrichsen in Weilerbach und schätzt an der Augenoptik nicht nur den Aspekt, Menschen zu gutem Sehen zu verhelfen: „Die individuelle Verarbeitung von Fassung und Gläsern ist ein sehr feines und schönes Handwerk.“

An den Beratungsstationen wurden ebenfalls zwei Sonderpreise vergeben: Die beste Beratung zum Thema Low Vision (vergrößernde Sehhilfen) leistete Julika David aus Bayern, die bei Pupille Optik in München lernte und sich im vorletzten Semester eines dualen Studiums Augenoptik/Optometrie an der Hochschule München befindet. Sie gewinnt ein Weiterbildungsseminar der Firma Schweizer. Julian Meining aus Baden-Württemberg absolvierte seine Ausbildung bei Fielmann in Freiburg und befindet sich derzeit in einem dualen Meisterkurs. Er bekommt für seine sehr gute Beratung bei der Reklamation einer Gleitsichtbrille einen Weiterbildungsgutschein der Firma Carl Zeiss Vision.

Am Samstagabend fand im Badisch Brauhaus in Karlsruhe die Siegerehrung statt. Rainer Hankiewicz, Vorstandsmitglied des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) sowie Vorsitzender des ZVA-Berufsbildungsausschusses und Mitglied der Jury beglückwünschte die Sieger und überreichte die Urkunden. Am 3. Dezember findet in Berlin eine allgemeine Feier für alle Bundessieger der verschiedenen Handwerke statt.

Im Bild: Anita Mende holte den ersten Platz.



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