Die Bundesregierung hat das bereits angekündigte Berufsbildungsmodernisierungsgesetz beschlossen. Ab dem 1.1.2020 gilt eine Mindestausbildungsvergütung in Höhe von 515 Euro, die bis 2023 auf 620 Euro steigen wird. Darüber hinaus sollen die Basiswerte der Mindestvergütung im zweiten Jahr der Berufsausbildung um 18 Prozent, im dritten um 35 Prozent und im vierten um 40 Prozent steigen. Die Regelungen wirken sich ausdrücklich nicht auf bereits laufende Ausbildungsverträge aus. Zudem ist es weiterhin möglich, dass die Mindestgrenze unterschritten wird – wenn eine Tarifbindung existiert und in den entsprechenden Tarifverträgen eine geringere Vergütung festgelegt ist. Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), äußert sich kritisch über die neuen Regelungen. Für ihn bedeuten sie einen schweren Eingriff in die Betriebs- und Tarifautonomie. Insbesondere kleine Betriebe in konjunkturschwachen Regionen müssten mit massiven Belastungen rechnen.

Da im Augenoptikerhandwerk derzeit jedenfalls keinerlei Tarifverträge für Ausbildungsvergütungen bestehen, beschließt jeder Landesinnungsverband eigenständig Empfehlungen für  Ausbildungsvergütungen. Nicht jedes Bundesland ist von den Neuregelungen so stark betroffen, dass die dortige Berufsstandsvertetung neue Ausbildungsvergütungenempfehlungen festlegen müsste. Die derzeitige Empfehlung für eine Ausbildungsvergütung liegt in Mecklenburg-Vorpommern jedoch mit 510 Euro im ersten Ausbildungsjahr bereits knapp unter dem festgesetzten Mindestlohn. Dementsprechend wird auf einer der kommenden Mitgliederversammlungen der Landsesinnung M-V die Höhe der Vergütungsempfehlungen angepasst werden müssen.

Bei Fragen zur Thematik steht Ihnen die Geschäftsstelle der Landesinnung M-V gerne fachkundig zur Verfügung.

 

 



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