Die opti als Leitmesse im wichtigsten Markt Europas: Wie stark ist der DACH-Markt wirklich? Welche Rolle nimmt die opti ein? Welche Chancen liegen in dem zweijährigen Standortwechsel? Und: Wie geht die opti mit COVID-19 um? Antworten auf diese und weitere Fragen, Hintergründe, Details und eine Vorschau, auf das was kommt, gaben die Podiumsteilnehmer.

Teilnehmer der Pressekonferenz:

Josef May, Vorsitzender SPECTARIS – Deutscher Industrieverband für optische, medizinische und mechatronische Technologien e.V.
Thomas Truckenbrod, Präsident des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen
Nikolaj Schnoor, Global Chief Commercial Officer bei LINDBERG
Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der Gesellschaft für Handwerksmessen
Bettina Reiter, Projektleiterin der opti

Hier geht´s zum Video: www.opti.de/pressconference

 

„opti als Leitmesse im wichtigsten Markt Europas“

Im Zusammenhang mit der Pressekonferenz wurde auch eine Pressemeldung veröffentlicht, in der aktuelle und wichtige Punkte zusammengefasst werden:

So wie sich die DACH-Region im augenoptischen Markt als wichtigste Europas etabliert hat, so profitiert die opti als Leitmesse inmitten dieses starken Marktes von den Entwicklungen und erschließt darüber hinaus längst internationale Potenziale. Insbesondere der deutsche Markt nimmt für die augenoptische Industrie und damit für Augenoptiker und Optometristen aus dem In- und Ausland eine führende Rolle ein. Rückenwind erhält die Branche alljährlich gleich zu Beginn des Jahres durch die Messe opti, die damit ihren Anteil an dem Erfolg beisteuert. Dabei reicht die Wirkkraft der opti weit über die DACH-Grenzen hinaus. Sie ist seit vielen Jahren etablierter Treffpunkt der internationalen Szene.

Stabile Wachstumsraten trotz sinkender Betriebszahlen

Die internationalen Gäste sind auf der opti wesentlich stärker als noch vor einigen Jahren vertreten, denn: Der deutschsprachige Markt ist neben dem französischen der wichtigste in Europa und auch wegen seiner über Jahre
stabilen Wachstumsraten der interessanteste für Produzenten. Die Zahl der Betriebe nimmt zwar auch hierzulande jährlich leicht ab, sie macht sich aber weiterhin nicht in den relevanten Branchenkennzahlen bemerkbar. Im Gegenteil: Die deutsche augenoptische Industrie konnte für 2019 das erfolgreichste Geschäftsjahr des letzten Jahrzehnts verzeichnen und übertraf damit andere europäische Märkte bei Weitem. Der Gesamtumsatz steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,4 % auf 4,7 Milliarden Euro. 2019 übertraf somit alle Erwartungen und war damit eine Fortsetzung des seit 2011 anhaltenden Wachstumstrends. Und auch die Augenoptiker und Optometristen durften sich über einen weiter steigenden Umsatz freuen, der sich 2019 trotz der auch in Deutschland zu beobachtenden Marktveränderung auf knapp 6,5 Milliarden Euro gesteigert hat. Jedes Jahr konnte der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen für Deutschland in den zurückliegenden Jahren ein Umsatzplus von mindestens 2 % verkünden, häufig – wie im Jahr 2019 mit 3,8 % – sogar mehr. Zu beobachten bleibt, wie sich die gegenwärtige Krise auswirkt. Es gibt berechtigte Hoffnung, dass der DACH-Markt durch seine hervorragende Ausgangslage weniger stark von den Auswirkungen dieser Krise betroffen sein wird.

Gute Aussicht für beste Sehversorgung trotz Krise

Die Sehversorgung in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört zu den besten der Welt. Insbesondere in der Schweiz hat die Branche durch das zu Jahresanfang in Kraft getretene Gesundheitsberufe-Gesetz noch einmal eine wichtigere Position in der Gesundheitsversorgung eingenommen. Aber auch in den sich unabhängig von ihrer Größe ähnelnden Märkten Deutschlands und Österreichs spielen optometrische Dienstleistungen, Screenings und die präventive Augengesundheit eine zunehmend größere Rolle. Der demografische Wandel und die steigende Verantwortung der Menschen für die eigene Gesundheit sollten die positiven Prognosen für die Zukunft vor der Corona-Krise aufrechterhalten. Zwar sind die Aussichten derzeit getrübt, doch langfristig erwarten viele Branchenkenner, dass sie in etwa jenen ähneln dürften, die zuvor ein weiteres Wachstum ankündigten. Das Potenzial in der gesamten DACH-Region ist dazu vorhanden.

Augenoptiker verteidigen ihren Platz am Markt

Die gesamte DACH-Region bietet stabile Bedingungen für die Industrie und auch für die Verbraucher. Im Gegensatz zu beispielsweise Frankreich setzt sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz der langsamere Trend der Marktveränderung fort. Die französische Krankenversicherung hat in diesem Jahr eine Kostenerstattung für bestimmte Brillen eingeführt, die den Branchenwandel und die Abnahme der Betriebszahlen vermutlich deutlich beschleunigen werden. In Deutschland hingegen bleibt auch die Zahl der Angestellten in der Branche sogar seit Jahren stabil. Gleichzeitig nahm die Zahl der Brillenträger in den letzten Jahren zu: Ende 2019 trugen alleine in Deutschland laut SPECTARIS 41,1 Millionen Menschen eine Brille, 3,3 Millionen Menschen Kontaktlinsen. Weder der Onlinehandel nimmt dabei für die stationären Augenoptiker besorgniserregend zu, noch nimmt die immens hohe Kundenzufriedenheit der Verbraucher mit den Augenoptikern ab. Die Augenoptiker und Optometristen werden auch zukünftig ihren Platz am Markt erfolgreich verteidigen.

Vorteil des Kernmarktes – Auswirkungen durch Corona

In einem unsicheren globalen Umfeld ist ein starker Binnenmarkt ein Wettbewerbsvorteil für eine Messe – und schafft Vertrauen für die Branche. Von den insgesamt über 96 % der opti-Fachbesucher kommen 80 % aus der DACH-Region. Das birgt die Erwartung, dass mit stabilen Besucherzahlen auch angesichts der aktuellen Herausforderungen gerechnet werden kann. Während zum Beispiel der italienische B2B-Binnenmarkt in den beiden letzten Jahren um 0,5 % beziehungsweise 0,8 % zurückgegangen ist und die italienische Industrie auch deswegen nachdrücklich noch weiter den Export stärkt, ist der In- und Auslandsumsatz im deutschen Markt ausgewogen. Die italienische Industrie hingegen exportiert etwa 90 % ihrer Produktion, die seit jeher auch zu Jahresbeginn bei der opti vorgestellt wird. Im opti-Länderranking hinsichtlich Ausstellerzahlen, befindet sich Italien jährlich unter den Top 3.

In Deutschland wird der Inlandsmarkt voraussichtlich auch zukünftig wachsen. Es gibt eine große Vielfalt an unterschiedlichen Sehbedürfnissen und Sehlösungen, was gleichermaßen für Industrie und Augenoptiker eine
anhaltende Nachfrage bedeutet. Der Bedarf an Refraktions- und Screeninggeräten wird nicht nur in der Schweiz weiter steigen. Auch in Deutschland nimmt die Bedeutung der Optometrie sowie Investitionen in die Werkstatt weiter zu – meist bedingt durch Ersatzbeschaffungen.

Die Zuversicht der Industrie vor der Corona-Krise und die positiven Prognosen für den augenoptischen Markt dürften zwar nur aufgeschoben sein, dennoch wird die Branche sich ändern. Es ist davon auszugehen, dass sich auch die Augenoptik zu einem gewissen Grad auf Nationalität und Regionalität als Gegenentwurf zur globalen Gesellschaft besinnt.

Herausforderungen 2021

Die komplette Branche steht derzeit vor einer immensen Herausforderung, auch die opti muss sich durch die Corona-Krise und den bevorstehenden Umzug 2021 nach Stuttgart neuen Bedingungen stellen. Doch die Inhalte der opti, die Qualität und der Mehrwert für Aussteller und Besucher bleiben erhalten. Die Struktur und die Zuverlässigkeit auf der einen, die besondere Atmosphäre und Angebote auf der anderen Seite, haben die opti zu einem Branchentreffen unter Freunden, national und international werden lassen, wenn gleich dieses 2021 im Zuge von COVID-19 aller Voraussicht nach etwas anders aussehen wird, um die sichere Bühne für gute Geschäfte zu sein.



Augenoptiker- und Optometristenverband NRW
(Landesinnungsverband)
Ruhrallee 9
44139 Dortmund

Telefon 0231 55 22-100
Fax 0231 55 22-111
E-Mail info(at)aov-nrw.de ×